block-& traversflöten · cello & gambe · cembalo
FRIEDRICH II. VON PREUSSEN Sonate e moll, Traversflöte & Bc.
(1712-1786) grave-allegro assai-presto
C.P.E.BACH Sonate D Dur, Gambe & Bc., Wq. 137
(1714-1788) adagio ma non tanto-allegro di molto-arioso
M. BLAVET Sonate a moll, Op.2/6 , Traversflöte & Bc.
(1700-1768) adagio-allemanda/allegro-allegretto "Les tendres Badinages & L'invincible"-presto
PAUSE
C.P.E. BACH Württembergische Sonate für Cembalo
e moll, Wq. 49/3
allegro-adagio-vivace
JOH.SEB. BACH Sonate F Dur (nach BWV 1035), Blockflöte & Bc.
(1685-1750) adagio ma non tanto-allegro-siciliano-allegro assai
J.J.QUANTZ Sonate D Dur, Traversflöte & Bc.
(1697-1773) amorêvole-allegro-un poco vivace mà cantabile
Potsdam, Sommer 1752...
Am ovalen Tisch im Marmorsaal des Sommerschlosses Sanssouci verweilen Friedrich der Große mit seinen geladen Gästen bei philosophischen Gesprächen und beim Abendessen.
Korinthische Säulenpaare gliedern den elliptischen Raum; unter der vergoldeten, stuckierten Kuppel mit Figuren, die die Architektur, die Musik, die Maler- und Bildhauerkunst, sowie die Astronomie versinnbildlichen, sitzen die königlichen Gäste Voltaire und De Maupertuis, sowie die Hofmusiker und der Lehrer J.J. Quantz (vor elf Jahren für viel Geld aus Dresden weggekauft), C.P.E. Bach, C.H. Graun, F. Benda; der königliche Architekt Von Knobelsdorff sowie der Kammerdiener und Geheimsekretär (sowie Flötenpartner des Königs) M.G. Fredersdorf.
Zwischen karratischem Marmor und vergoldeter Bronze gehen die Gespräche hin und her...
Nachdem die Kerzen fast niedergebrand sind, begiebt sich die illustre Gesellschaft durch das Audienzzimmer zu dem erst vor fünf Jahren vollendeten Musikzimmer.
Hier greift der König zu einigen seiner unzählbaren Flöten, die Quantz für ihn gebaut hat, sowie zu einer aus kostbaren Elfenbein gefertigten Flöte, neulich von dem bekannten Flötenbauer Scherer aus Butzbach eingetroffen. Nachdem auch die Damen arriviert sind, werden die neuesten Stücke ausprobiert, nach dem italienischen aber – vor allem – nach dem französischen Gusto.
Es beginnt mit einer empfindsamen Sonate aus der Feder des Fürsten. Der letzte Satz (Presto) zeigt Elemente des"Sturm & Drang".
Carl Philipp Emanuel Bach war zu diesem Zeitpunkt schon seit 12 Jahren im Dienste des Königs als Hofcembalist. Obwohl hoch geschätzt, wurde er niedrich bezahlt; mit 300 Thalern jährlich wurde er wahrlich nicht reichlich honoriert ( im Vergleich: Quantz mit 2000 Thalern, oder der führende Kastrat mit 3000 Thalern ! )
Das "Solo für Viola di Gamba e Basso" ist im neusten, empfindsamen Stil geschrieben. Demnach hat die Sonate nur 3 Sätze: mäßig, geschwind, mäßig.
So groß war Michel Blavets Ruhm als Flötist, daß der flötespielende Kronprinz Friedrich während der 1730-er Jahre versuchte ihn an seinen Hof ins Schloß Rheinsberg bei Berlin zu locken. Allerdings ohne Erfolg : Blavet zog es vor, in Paris zu bleiben.
Hier veröffentlichte er 1732 seine Opus 2 "Sonates melées de pièces". In ihrer Virtuosität entsprechen sie voll und ganz dem italienischen Stil, andererseits besitzen sie im Kontrast dazu eine ausgeprägte "Gentilless" und bewahren damit den französischen "Goût".
Carl Philipps "Württembergische Sonaten" wurden 1744 veröffentlicht und tragen den Stempel höherer Originalität als die zwei Jahre zuvor publizierten Preußischen. Bach widmete dieses Werk dem Herzog Carl Eugen von Württemberg, der während seines Aufenthaltes am Berliner Hof Friedrichs II. sein Schüler gewesen war. Die stark italianisierende 3. Sonate kombiniert ein fünftaktiges (!) Thema im ersten Satz mit einem tänzerisch beschwingten, sehr einfallsreichen Kehraus.
Der Kammerdiener und Geheimsekretär Fredersdorf spielte in Flötenangelegenheiten oft eine Vermittlersrolle zwischen Friedrich und dessen Lehrer und Flötenbauer Quantz. Die Flötensonate E-Dur von Joh.Seb.Bach liegt vor als Abschift mit dem Titel "nach dem Autographo des Verfassers, welches o. 17.., da er in Potsdam war, für den Geh.Kämmerir Fredersdorf von ihm angefertigt worden" ( Bach war in Postdam kein Unbekannter... ). Die Sonate ist in extrem galanten Stil verfasst und zeichnet sich aus durch moderne, französische Leichtigkeit. Als Entstehungsjahr kommt vielleicht 1741 im Frage.
Johann Joachim Quantz. Gescheiterter Geiger und dito Oboist. Sklavisch flötespielender Diener Friedrichs. Verfasser eines schulmeisterlichen Traktates, dem Flötenspiel gewidmet. Fähiger Nachahmer aller Stile seiner Zeitgenossen. Verfasser vieler eleganter Flötensonaten...
© Peter Holtslag